Bayerisches Nationalmuseum

Kunst und Kapitalverbrechen

Farb- und Raumkonzept, Präsentationsarchitektur, komplette Ausstellungsgrafik, Computeranimation des Altars, Gestaltung von Außendisplays und Begleitmaterial.

Bayerisches Nationalmuseum, München
www.bayerisches-nationalmuseum.de

Eine einzigartige Episode der Kunstgeschichte wird in der aktuellen Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums behandelt. Der berühmte spätgotische Bildhauer Veit Stoß beging 1502 eine schwere Straftat, für die er eingekerkert und gebrandmarkt wurde. Aus Furcht vor noch härterer Bestrafung floh er von Nürnberg nach Münnerstadt in Unterfranken. Dort bemalte er die Flügel des gut zwölf Jahre zuvor vom Würzburger Bildschnitzer Tilman Riemenschneider mit Figuren ausgestatteten Altars der Stadtpfarrkirche. Die farbenprächtigen Szenen über den heiligen Kilian gelten als die einzig erhaltenen Gemälde von Veit Stoß.

So vereint der Münnerstädter Altar die Kunst von zwei absoluten Meistern ihres Fachs. Die Ausstellung erzählt die spannende Geschichte und präsentiert neben den genannten Gemälden auch sämtliche graphischen Blätter von Stoß, dazu die Arbeiten fränkischer Zeitgenossen – darunter die einmalige Schnitzkunst von Riemenschneider – sowie Objekte der Rechtsgeschichte und der Alltagskultur. Über den Genuss hochrangiger Kunst lenkt die Präsentation den Blick auf den Zusammenhang von Kriminalität und künstlerischer Praxis.